Mit CMD bezeichnet der Mediziner eine Fehlfunktion des Kausystems. Patienten mit CMD Syndrom haben häufig Begleiterscheinungen wie Migräne artige Kopfschmerzen oder Schwindel, Tinnitus und Ohrgeräuschen sowie Muskelverspannungen und Schmerzen im Bereich von Nacken und Rücken in Verbindung mit einer Beinlängendifferenz. Wie aber kommt es zu den Beschwerden?



Unsere Kau- und Bewegungsapparate stehen im engen Kontakt zueinander, vergleichbar mit einem Zahnradgetriebe. Gerät ein Zahnrad aus der Form oder wird von außen gestört, beeinflusst das den gesamten Ablauf des Betriebes. Ähnlich verhält es sich in unserem Körper. Wenn im Mund ideale Verhältnisse herrschen, werden Zähne, Ober- und Unterkiefer gleichmäßig belastet. Wird dieses Gleichgewicht zerstört bleibt es nicht ohne Auswirkungen für das übrige System. Die häufigste Ursache für die Störung des Gleichgewichts ist ein falscher Biss, der durch eine Fehlstellung der Zähne oder Kiefer ausgelöst wird. Diese Fehlverzahnung nimmt direkt Einfluss auf die Position des Kiefergelenks. Im gesunden Zustand sitzt der Gelenkkopf des Unterkiefers mittig in der sogenannten Gelenkpfanne, dazwischen liegt eine Knorpelscheibe. Sie dämpft die Belastung des Gelenkkopfes bei der Bewegung. Nicht selten liegt eine optimale Zahnstellung vorliegt, der Gelenkkopf jedoch trotzdem falsch ausgerichtet ist.  Der Grund hierfür ist eine Fehlstellung der Kiefer. In jungen Jahren wurde möglicherweise eine kieferorthopädische Therapie abgeschlossen, welche die Zahnstellung  zwar korrigiert hat, aber das eigentliche Problem, die Kieferfehlstellung, nicht.  

Die Folge dieser Fehlpositionierung des Gelenkkopfes ist eine Überbelastung des Kiefergelenks. Würde man den Gelenkkopf korrekt ausrichten, passen dann die Zähne wieder nicht richtig aufeinander. So wird bei jedem Zubeißen wird dadurch das Kiefergelenk immer wieder in eine falsche Position gedrängt. Zudem werden Kaumuskulatur und Kiefergelenk ständig falsch belastet und haben kaum Zeit sich zu erholen. Dies führ dazu dass der Gesichtsnerv (sog. Nervus Trigeminus) permanent Warnsignale von den Gesichtsmuskeln und Rezeptoren aus dem Bereich des Kiefergelenks in den Hirnstamm sendet. Der Hirnstamm ist die Zentrale Verarbeitungsstelle in der die unterschiedlichsten Körperfunktion gesteuert werden. Der Verarbeitungsbereich des Gesichtsnervs grenzt anatomisch an weitere Steuerzentren im Hirnstamm. Bein einer Überreizung kann es daher zu Projektionen in andere Körperbereiche und damit zu teilweise erheblichen Beschwerden kommen. In direkter Nähe befinden sich unter anderem die Areale die für die Geräuschwahrnehmung verantwortlich sind. In diesem Bereich enden die Nervenfasern die mit dem Innenohr verbunden sind. Erfolgt also eine Reizprojektion auf diese Zentren, können Tinnitus und Ohrgeräusche die Folge sein. Da das Innenohr gleichzeitig auch als Gleichgewichtsorgan dient, sind auch Schwindel und Gleichgewichtsstörungen häufig. Eine Projektion auf Nervenzellen die mit der Hirnhaut verbunden sind führt sehr oft zu Verspannungskopfschmerzen oder Migräne. Im Hirnstamm erfolgt ebenfalls die Steuerung der Hals, Nacken und Schultermuskulatur. Kommt es in diesem Bereich zu Projektionen aus dem Bereich des Gesichtsnervs, können schmerzhafte Verspannungen der Muskulatur die Folge sein.  Der Hirnstamm geht direkt in das Rückenmark über das die gesamte Skelettmuskulatur steuert und so die Körperhaltung beeinflusst. Meldet der Hirnstamm über die Nervenfasern aus dem Rückenmark eine Störung, kommt es somit häufig zu einer Fehlsteuerung im Bereich der Skelettmuskulatur. 

Beim Zusammenbeißen der Zähne wird durch den Fehlbiss sehr häufig eine Muskelstörung der Kreuzdarmbeingelenke provoziert und es kommt zu einer reversiblen Beinlängendifferenz. Folgen sind Schmerzen im Rücken und in der Hüfte, im Nacken sowie in den Knien. Mit Hilfe einer Kieferumstellungsoperation kann die Kieferposition neu eingestellt , und die Beschwerden dadurch stark gelindert werden. Gerne informieren wir Sie dazu in unserer Sprechstunde.